Risikobewertung – wissen wir eigentlich, was wir da tun?

Ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements ist die Risikobewertung (RB). Hier gibt es verschiedene Werkzeuge, die eingesetzt werden können. Am Beispiel der FMEA möchte ich ein paar wichtige Punkte in das Bewusstsein der Anwender bringen.

Viele Köche verderben den Brei

Wie viele Personen nehmen bei Ihren Risikobewertungen teil? Natürlich müssen alle relevanten Funktionen (z.B. Produktion, Technik, QA, …) vertreten sein. Häufig sitzen dann 5-10 Leute zusammen und führen die RB durch.

Es gibt inzwischen Untersuchungen, die belegen, dass Risiken als geringer eingeschätzt werden, je mehr Teilnehmer an einer RB beteiligt sind. Je mehr Teilnehmer, desto geringer die Verantwortung des einzelnen Teilnehmers, desto eher die Bereitschaft, Risiken gering zu bewerten oder zu akzeptieren.

Also gilt auch hier: viele Köche verderben den Brei. Drei bis fünf Teilnehmer sind eine gute Richtgröße für die Durchführung von Risikoanalysen.

Zahlen sind nicht objektiv

Gerade bei Werkzeugen wie der FMEA wird durch die Verwendung von Zahlen eine Objektivität vorgetäuscht, die nicht vorhanden ist.

Das fängt bei der Zuweisung von Zahlenwerten an, z.B. zu den einzelnen Kategorien Auftrittswahrscheinlichkeit, Entdeckungswahrscheinlichkeit, Schwere der Auswirkung. Hier gibt es in der FMEA-SOP (wenn überhaupt vorhanden) häufig nur generische Hinweise.

Machen Sie sich einmal die Mühe, und definieren Sie für Ihr Zahlensystem und eine konkrete Fragestellung genau die Kriterien für die einzelnen Kategorien. Zum Beispiel die Auftrittswahrscheinlichkeit, was bedeutet hoch – 10 von 1000 Einheiten, 5 von 1000 Einhei